| The Scifi World hat am 24. 2. 2006 untenstehendes Interview mit Paul McGillion veröffentlicht. Das Interview wurde auf der Chevron 1 in Paris aufgezeichnet. Original-Interview mit Paul McGillion von "The SciFi World" unter www.thescifiworld.net Interview geführt von Cécilia "UgZy" und Gilles Nuytens für "The Scifi World". Das Interview kann unter obiger Adresse auch als Audiodatei heruntergeladen werden. Deutsche Übersetzung von halessa. Viel Spaß!
Bleibst du manchmal nachdem eine Szene abgedreht ist im schottischen Akzent ohne es zu bemerken? Paul McGillion: Oh ja, ziemlich oft. Du weisst ja, wir improvisieren oft wenn die Szene abgedreht ist und manchmal wird Material aufgehoben, manchmal aber auch nicht. Yea, oft werfe ich so kleine Sprüche wie "Ya cheeky little bugger" (er sagt es in schottischem Akzent) oder ich setze ans Ende einer Szene einfach noch eine Zeile oder so drauf, einfach nur etwas lustiges. Besonders wenn David und ich gemeinsam arbeiten, weil wir beide es lieben ein wenig herumzuspielen, und oft wir dann die Kamera noch laufen gelassen und wir machen ein paar Kleinigkeiten. Die meiste Zeit wird es nicht aufbewahrt, aber vielleicht wird es in einem Special als Scherz verwendet weil wir eben so lustige Dinge anstellen. Manchmal haben Regisseure - Brad Turner, wie in "Tödliche Verteidigung" eine Szene, in der ich mit dem Kanzler und Perna anstoße - hast du die Episode gesehen? Wir stoßen also an, weil sie beschlossen haben dass das Retrovirus einsatzfähig ist und ich sage mehr in der Art "es ist noch nicht wirklich ausgereift", und er hatte zu diesem Zeitpunkt alles was er für die Szene benötigte. Also sagte er mir ich solle bei der Wiederholung die Gläser wieder auffüllen und dann einen Schluck aus der Flasche trinken. Und das haben wir dann gemacht. Natürlich benutzten sie es am Ende nicht aber die anderen Darsteller, deren Closeup es war fragten sich 'was tut er hier' und ich habe nur einfach weitergetrunken. Solche Sachen passieren öfters.
TSW: Das ist großartig. Welchen Shakespeare-Charakter würdest du gerne spielen und warum? Paul McGillion: Hmm. Ich bin inzwischen schon zu alt um Hamlet zu spielen, aber vielleicht den schottischen Charakter. Vielleicht Macbeth, weil ich Schotte bin und zu einem Zeitpunkt, etwas später in meiner Karriere und in meiner Zukunft, würde es eine Herausforderung für einen Schauspieler sein, diese Rolle zu spielen. Das würde definitiv etwas sein, das ich mir in meiner Zukunft vorstellen kann, wenn sich die Gelegenheit dazu bieten würde. Du weißt dass ich zur Zeit primär für Film und Fernsehen arbeite, aber es würde schön sein, ein Shakespeare-Stück zu spielen. Weil es eben schottischen Hintergrund hat und das würde mich in Bezug auf meine Herkunft interessieren.
TSW: Okay. Was sind deine Erwartungen für Staffel 3 und im besonderen für die Entwicklung von Dr. Beckett. Hast du schon etwas von den Autoren bekommen? Paul McGillion: Meine Erwartungen für die 3. Staffel setzen sich genauso fort wie die für die 2 Staffel. In der ersten Staffel hat sich der Charakter weiterentwickelt, je weiter die Staffel fortgeschritten war. Ich denke Beckett ist zu diesem Zeitpunkt einer der voll entwickelten Charaktere des Ensembles und wenn er sich so weiterentwickeln kann wäre das fantastisch. Ich würde auch persönlich gerne etwas mehr von Becketts Hintergrund erfahren. Wir haben bisher Becketts Quartier noch überhaupt nicht gesehen. (Anm. von Halessa: Genau DAS habe ich zu Peter DeLuise auf der GCC gesagt!) Das würde nett sein das in Staffel 3 zu zeigen. Ein wenig mehr Geschichte und Hintergrund wo der Charakter herkommt, mehr persönliche Geschichte, weil wir bisher noch kein einziges Mal gesehen haben, wie er jetzt in Atlantis lebt, und ich denke von jedem anderen haben wir es gesehen. Ausser Beckett. Vielleicht wird dass in der 3. Staffel geschehen. Wir werden es aber nicht vor Februar erfahren. Vielleicht habe ich eine Unterhaltung mit einem der Produzenten oder der Autoren die Freunde von mir sind, vielleicht erwähnen sie etwas, aber bisher weiss ich noch nichts. Normalerweise bekommen wir das Drehbuch, sagen wir wir beginnen mit dem Drehen am 25. Februar, dann erhalte ich das Drehbuch meistens Anfang Februar. Und sobald wir den ersten Tag der Episode drehen, bekommen wir diesen Tag schon das Drehbuch für die nächste Folge. Du hast also eine Woche. Die ganze Zeit. Eine Woche Maximum. Während man also dreht und seinen Text für diese Folge lernt, lese ich schon den Text für die nächste Episode und versuche diese zu lernen.
TSW: Drehst du mehrere Episoden zur gleichen Zeit? So wie es auch bei Stargate SG-1 gemacht wird? Paul McGillion: Nicht am Beginn der Staffel, aber manchmal am Ende der Staffeln, wenn es mit der Zeit knapp wird und Drehtage fehlen, dann passiert es. Dann gibt es einen Aufruf, und machmal machen wir dann 3 Episoden gleichzeitig. Da kann ich dann an einem Tag eine Szene drehen, wo wir die dazugehörige Folge schon vor eineinhalb Monaten gedreht haben die wir nicht beendet hatten und wenn es passiert dass ich und Joe Flanigan an diesem Tag drehen und es nötig ist eine Szene abzuschließen, gehen wir zurück und drehen dieses Szene während wir an der gerade laufenden Episode drehen. Am Ende der Staffel drückt das aufgrund des Budgets auf die Zeit. Sie versuchen einen 7-Tage-Plan mit 12-Stunden-Tagen einzuhalten, ich denke John Smith's Motto ist, dass wir zur gleichen Zeit auch noch ein Leben haben sollen, was ich gut finde. Freitags kann es manchmal etwas länger dauern, weil sie sicher gehen wollen dass sie ihre Woche bekommen, aber normalerweise sind es 12-Stunden-Tage, was sehr gut für Film und TV ist. Besonders für TV.
TSW: Deine erste Rolle in Stargate SG-1 war die des jungen Ernest Littlefield. Wie war deine Erfahrung damals und was ist der Unterschied zu heute? Paul McGillion: Das war eine sehr interessante Erfahrung. Ich meine, es war die erste Staffel von Stargate und Jonathan Glassner, einer der ausführenden Produzenten zu diesem Zeitpunkt, hat bei der Episode Regie geführt und ich hatte keinen Schimmer, was mit der Serie geschehen würde. Wenn ich jetzt zurückblicke, war es eine sehr bedeutende Rolle, weil ich der erste war, der durch das Stargate ging. Unterschiedlich nur in dem Sinne, dass ich nur ein Gastdarsteller in der Serie war und kein regulärer Charakter. Interessant weil ich eine spezielle Tauchausrüstung und alten Kleidern ausgestattet wurde und das war sehr cool. Ich denke es war eine wirklich süße Rolle weil ich denke, er hatte einige Charakterzüge die Beckett ein wenig ähnlich waren - er war sehr leidenschaftlich und ein süsser Charakter. In der Form seiner Opferbereitschaft und durch das Tor zu gehen und nichts zu wissen - nicht dass es wie ein Klischee klingt, aber er war ein aufrichtiger Charakter und sein Name war Ernest Littlefield (earnest=aufrichtig). Es war eine nette Erfahrung für mich und rückblickend hatte ich ja keine Ahnung dass ich Beckett in der Spin-Off spielen würde, es ist wirklich toll. TSW: Was sind deine Projekte neben Stargate?
Paul McGillion: Ich habe neben Stargate viele verschiedene Dinge gemacht. Ich habe einen Film mit dem Titel "See Grace Fly" produziert, und für die, die ihn bisher noch nicht gesehen haben denke ich sie sollten sich den Film ansehen da es ein wichtiger Film über psychische Erkrankung und Schizophrenie ist und einigen interessante religiöse Fragen nachgeht und ich denke dass es einige fabelhafte Darstellungen darin gibt. Um genauer zu sein, Gina Chiarelli's Darstellung in ihrer wunderbaren und hervorragenden Hauptrolle. Ich denke für jede junge Schauspielerin da draussen, wenn ihr die Gelegenheit habt den Film zu sehen, werdet ihr ein einschneidendes Erlebnis haben. Und Peter McCormack ist ein außergewöhnlicher Autor und Regisseur und es war ein Vergnügen mit ihm zu arbeiten. Ich habe den Film co-produziert was wirklich eine schöne Sache war. Es ist höchstwarscheinlich das denkwürdigste Projekt bisher für mich.
In zwei Wochen werde ich beginnen, einen Film mit David Hewlett mit dem Titel "A Dog's Breakfast" zu drehen. Es ist eine Komödie mit ihm und seiner Schwester Kate. Das wird lustig werden, da es etwas völlig anderes ist. Eine Ablenkung von Beckett und See Grace Fly, es ist definitiv eine Komödie und ein sehr sehr lustiges Drehbuch, ich bin wirklich stolz auf David. John Lenic von SG-1 und Jane Loughman, Davids Freundin produzieren den Film. Ich bin wirklich glücklich für diese Leute und freue mich schon darauf. Es ist eigentlich ein 3er, Chris Judge wird vielleicht ebenfalls dabei sein, sie versuchen ihn für eine Cameo-Rolle zu bekommen, hoffentlich klappt es.
TSW: Was zieht dich bei einer Rolle generell an? Paul McGillion: Gute Texte. Gute Texte für eine Rolle ziehen mich an. Wenn es gut geschrieben ist, dann will ich es spielen, egal wie groß es ist. Sogar eine kleinere Rolle in einem Film kann ein Juwel sein, wenn etwas interessantes daran ist. Ich spiele einfach gerne, und wenn die Qualität stimmt, egal wie groß die Rolle jetzt ist. Manchmal kann es eine große Rolle sein und kein so gutes Drehbuch, aber wenn es eine schrullige Rolle ist, dann denke ich von mir selbst als Charakterdarsteller und eine schrullige Rolle in einem coolen Indie Film, da springe ich drauf an. Wenn mir jemand die Gelegenheit gibt, weisst du? Wenn da junge Filmemacher draussen sind und die haben ein gutes Script und etwas zu bieten, würde ich es mir definitiv ansehen.
TSW: Welche Dinge magst du an deiner Arbeit am meisten? Paul McGillion: Ich denke die Menschen mit denen ich arbeite. Ich liebe meine Kollegen, sie wurden zu echten guten Freunden. Nochmals, ich will nicht wie ein Klischee klingen, aber es ist wirklich wie eine große Familie in vielen Beziehungen und ich lerne alle ihre unterschiedlichen Talente und ihre Freundschaft zu respektieren. David Hewlett ist einer meiner engsten Freunde und ohne Stargate hätte ich ihn nie getroffen. Ich liebe auch den Charakter und dass ich diese großartigen Drehbücher bekomme. So wie Martin Gero's lustiges "Duett" oder auch Damian Kindlers "Poisoning the Well". Die Arbeit mit Brad und Robert, diese Jungs haben mir wirklich die Chance gegeben, Beckett zu bekommen und ich hoffe dass ich weitergehe, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet, die Chance. Und das Essen ist auch gut!
TSW: Was sind deine Vorlagen für den Job? Welche Schauspieler würden Sie gerne als Vorbild für Stargate nehmen? Paul McGillion: Wen ich im allgemeinen als Schauspieler bewundere? TSW: Ja Paul McGillion: Uhh, da gibt es so viele, weisst du. Es gibt eigentlich wirklich eine Variation von Menschen. Ich liebe Bill Murray wegen seiner Komik, aber er hat auch Sinn für Drama, ich mag seine Art der Darstellung und bin ein großer Fan von ihm seit "Meatballs " und "Stripes" und "Rushmore" ist einer meiner Lieblingsfilme. Ich genieße das wirklich. Ich mag Sean Penn. Ein Film für den er schrieb und Regie führte heisst "Indian Runner" mit Viggo Mortensen und Dennis Hopper hat eine Cameo Rolle darin, Patricia Arquette ist auch darin zu sehen, auch einer meiner Lieblingsfilme. Ich finde er ist ein interessanter Schauspieler. Tim Roth, Ich mag Tim Roth wirklich. John Turturro. Ich finde Meryl Streep ist eine fantastische Schauspielerin. Es gibt so viele Schauspieler da draußen die ich bewundere aber soweit mein eigener Stil geht, versuche ich nur ehrlich zu dem Drehbuch zu stehen das ich bekomme.
TSW: Einige kurze Fragen von Fans aus einigen Foren. Was ist dein Lieblingsfilm? Paul McGillion: Es ist schwer, einen Favoriten herauszupicken. Wenn ich genau in diesem Augenblick wählen sollte, dann würde ich "True Romance" sagen, das sticht einfach heraus. Ich weiss nicht genau ob es mein exakter Lieblingsfilm ist. In unterschiedlichen Genres habe ich unterschiedliche Lieblingsfilme. Ich denke "Die Abenteuer von Buckaroo Banzai durch die 8. Dimension" ist auch ein interessanter Film, aber er ist komplett anders. Ich liebe "Killing Fields" und das ist wieder ein anderes Genre. "Casablanca" ist ein interessanter Film und es gibt so viele unterschiedliche Filme die ich mag. "True Romance" hat wie ich meine ein cooles Drehbuch und gerade jetzt mag ich diesen Film.
TSW: Was ist dein ihr Lieblingsstück? Paul McGillion: Mein Lieblingstheaterstück? Oh Gott, uhm... Da gibt es so viele. Da gibt es so viele Stücke. Eugene O'Neills "A Long Day's Journey Into Night" ist großartig. Die Klassiker, "Hamlet". "Den Kaufmann von Venedig" mag ich sehr, soweit es Shakespeare betrifft. Ich glaube es ist durch Portia auch eine großartig für einen weiblichen Charakter. Ich habe viel Einfühlungsvermögen für diese Art von Charakteren. Es gibt so viele Theaterstücke da draussen und ich habe über die Jahre einige selbst gemacht und auch gesehen. Das ist hart. Vor einigen Jahren hatte ich die Möglichkeit, bei "Savage in Limbo" von John Patrick Shanley dabei zu sein. Ich mag etliche von Stanleys Sachen. "Danny and the Deep Blue Sea" und "The Dreamer Examines his Pillow" sind auch gute Stücke. Es gibt viele da draussen die ich mag.
TSW: Was ist dein Lieblingszitat aus Stargate? Paul McGillion: Von meinem Charakter? TSW: Ja Paul McGillion: (sehr lange Pause). Okay, da gibt es einige an die ich denken muss und von denen ich mein Lieblingszitat wählen muss. (noch eine sehr lange Pause). Es verwirrt mich gerade ein wenig, warte eine Sekunde (noch eine lange Pause). Als ich mit Rainbow sprach, ich erinnere mich nicht welche Episode es war - könnte "Die Belagerung" gewesen sein, ich denke "Teil 2" glaube ich. (Anm. Stimmt nicht, es war "The Eye"). (In schottischem Akzent) "and you're such a nice young lad until you're put in charge you cheeky little bugger" - der war sehr lustig. Oh, und genauso mit Sheppard "I understand you have a bit of a kling-on, so to speak" das war auch ein lustiges Zitat. Ich habe das genossen. Ich habe noch einen mehr. In der Pilotfolge, als ich am Ende mit McKay spreche "we're in another galaxy, how much further out can you get?" - das ist warscheinlich mein Lieblingszitat.
TSW: Ich schätze es gibt da einen privaten Scherz bei Stargate Atlantis, und zwar jedesmal, wenn man etwas essen muss ist es Truthahn - das gleiche übrigens wie bei Stargate SG-1. Ich weiss nicht ob du das weisst oder nicht, aber immer wenn es ein Sandwich oder etwas in der Art gibt, ist es Truthahn. Bist du mehr der Truthahn-Sandwich oder Hühnchen-Sandwitch Mensch? Paul McGillion: Ob ich ein Truthahn- oder ein Hünchensandwich essen würde? TSW: Ja Paul McGillion: Ich denke eine Kombination. Vielleicht ein bisschen Truthahn und Hühnchen darin. In Schinken gewickelt und braun getoastet.
TSW: Letzte Frage: Dein Lieblingswitz? Paul McGillion: Mein Lieblingswitz? TSW: Ja Paul McGillion: Wer zur Hölle hat den geschrieben? Uhmm... mein Lieblingswitz... ich denke nicht dass ich den im Internet erzählen kann. Wirklich ich... TSW: Das ist okay. Paul McGillion: Yeah, also ich weiss nicht. Naja, der Witz mit der schottischen Ente, aber den muss ich persönlich erzählen. Um es zu sagen, der Witz mit der schottischen Ente. So wird er genannt, aber ich kann ihn jetzt nicht erzählen. Du willst ihn hören? Wenn du den Rekorder abstellst, erzähle ich ihn...
Interview by Cécilia "UgZy" December 2005 as well as Gilles Nuytens for The SciFi World German translation by halessa for paulmcgillionfans.com
Erstellungsdatum : 03/07/2006 @ 21:48
Letzte Änderung am : 17/07/2006 @ 09:50
Kategorie : Interviews
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